Der Ribnitzer Rat zeigte sich wenig begeistert, als 1324 der Landesherr, Heinrich II. mit dem großen Beinamen, der Löwe, seine bei der nunmehr seit 100 Jahren aufstrebenden Stadt gelegene Burg, den Franziskanern schenkte.
Die ersten vier Nonnen kamen aus dem Klarissenkloster Weißenfels ins ferne Ribnitz. Heinrich gab neben reichen Schenkungen an Ländereien auch gleich seine Tochter Beate mit in das neue Kloster. Beate, oder Beatrix von Ribnitz stand am Anfang einer langen Reihe fürstlicher Äbtissinnen des Klosters. Um sie ranken sich später zahlreiche Wundergeschichten, ihr Leben wird zum Vorbild der Ribnitzer Nonnen.
Bis zur Reformation stand sie hier in hohem Ansehen und Verehrung, die einzige heilige Frau Mecklenburgs. Am 8. April gedenkt der Heiligenkalender auch heute noch der Beate von Ribnitz.
Die Reformation verwandelte das Kloster in ein adliges Damenstift. Es wurde zum Landeskloster Ribnitz. Die Einrichtung bot 12 unverheirateten adligen Töchtern aus Mecklenburg Wohnung und Rente. Mit der Zeit entwickelte sich ein kompliziertes System von Recht und Anspruch auf die immer weiter ausgebauten Klosterstellen.
Mit dem Untergang der Monarchie wurde auch das Damenstift aufgehoben. Die letzte im Kloster lebende Stiftsdame verstarb 1961. Nur die Klosterkirche aus dem Ende des 13. Jh. hat sich aus mittelalterlicher Zeit bewahrt. Alle übrigen Klostergebäude wurden im Laufe der Jahrhunderte für die evangelischen Konventualinnen umgebaut oder neu errichtet.
Heute befindet sich im Haus der Domina genannten Stiftsvorsteherin und in den angrenzenden Gebäuden das Deutsche Bernsteinmuseum.
Die Klosterkirche wird nach abgeschlossener Sanierung auch eine Ausstellung zur bewegten Kloster- und Stiftsgeschichte beherbergen.
Neben dem Deutschen Bernsteinmuseum bietet das Rostocker Tor in Ribnitz regelmäßig Ausstellungen zu lokalgeschichtlichen Themen an. |