Das Bernsteinzimmer

Die großartigste Bernsteinarbeit stellt das legendäre Bernsteinzimmer dar. Der preußische König Friedrich I. gab dieses Bernsteinkabinett in Auftrag. Bei einem Besuch im Jahre 1716 brachte der russische Zar Peter der Große seine Bewunderung für die Arbeit zum Ausdruck. Der Preußenkönig schenkte ihm daraufhin das Bernsteinzimmer, und Peter der Große ließ es nach Petersburg transportieren. Aufgestellt wurde es jedoch erst 1756 durch die Zarin Elisabeth in der Sommerresidenz der russischen Zaren dem Katharinen-Palast in Zarskoje Selo (heute Puschkin). In einem etwa 12 x 12 Meter großen Saal bedeckten die Bernsteinschnitzereien und -paneele die 6 Meter hohen Wände.

Paneelteil aus dem Sockelbereich des Bernsteinzimmers, Maßstab 1,5 : 1  Nachbildung im Deutschen Bernsteinmuseum

Im Zweiten Weltkrieg ging diese auch als "Achtes Weltwunder" bezeichnete Kunstwerk verloren.

1980 begannen russische Restauratoren auf Beschluss des Ministerrates der damaligen Sowjetunion mit der Nachbildung dieses bedeutenden Bernstein-Kunstwerkes. Die eigens eingerichtete Bernstein-Werkstatt am Katharinenpalast in Puschkin bei St. Petersburg stand vor einer schwierigen Aufgabe. Die Restauratoren und Kunsthandwerker mussten sich die in Vergessenheit geratenen Handwerkstechniken der Bernsteinschnitzkunst aufs Neue erarbeiten. Einziger Anhaltspunkt für die Nachbildung waren einige historische schwarz-weiß Fotos, ein Farbfoto und kleine Reststücke von Profilleisten und Mosaiken. Umso erstaunlicher ist das Ergebnis der Arbeiten der russischen Kunsthandwerker, sie schufen das Bernsteinzimmer ein zweites Mal. Dank des zusätzlichen finanziellen Engagement der deutschen Firma Ruhrgas AG Essen konnte die Nachbildung des Bernsteinzimmers zum 300 jährigen Stadtjubiläum von St. Petersburg im Jahre 2003 fertiggestellt werden.