Die Staatliche Bernstein-Manufaktur Königsberg 1926-1945

In den 20er und 30er Jahren des 20. Jh. fand der Bernstein verstärkt im Kunsthandwerk und Kunstgewerbe Verwendung. Unter Hauptbeteiligung der Preußischen Bergwerks- und Hütten Aktiengesellschaften (PREUSSAG) wurde 1926 die Staatliche Bernstein-Manufaktur Königsberg gegründet. Gezielte Maßnahmen wie eine effektive Berufsausbildung der Bernsteindrechsler, die Einbeziehung von Künstlern zur Schaffung neuer Produktentwürfe von Gebrauchsartikel und Sport- und Ehrenpreise aus Bernstein sowie der Entwurf neuer Schmuckmuster belebten das Geschäft mit dem Bernstein und brachten einen Aufschwung für kunsthandwerkliche und vor allem kunstgewerbliche Produktion von Massenartikel aus Bernstein.


Mit ihren fast 1500 Mitarbeitern war die Königsberger Bernstein-Manufaktur der größte bernsteinverarbeitende Betrieb, der je existierte. Die Einrichtung eigener Verkaufsstellen der Manufaktur in fast allen europäischen Hauptstädten sorgte Ende der 20er Jahre für einen verstärkten Absatz deutscher Bernsteinprodukte in ganz Europa. Mit dem Ausbruch des zweiten Weltkrieges ging dieser Absatz stetig zurück und kam mit dem Ende des Krieges und der Abtretung deutscher Ostgebiete völlig zum Erliegen.