Die Blütezeit der Bernsteinschnitzkunst

Im 16. und 17. Jahrhundert eröffneten sich den Bernsteindrehern und -schnitzern infolge des Repräsentationsbedürfnisses der Fürsten neue Erwerbsmöglichkeiten. Die Vorliebe für seltene Materialien ließen den Bernstein im Barock zu einem Lieblingskind der Mode werden.

Die Bernsteinkünstler lieferten ihren fürstlichen Auftraggebern die verschiedenartigsten Gegenstände: Becher, Dosen, Krüge, Kannen, Schalen, Büchsen, Kästchen, Leuchter, Besteckgriffe, Schränkchen, Plastiken, Hausaltäre und viele andere Gegenstände. Der Bernstein wurde aber nicht nur auf der Drechselbank bearbeitet, sondern diente auch Schnitzern und Graveuren als bevorzugtes Arbeitsmaterial. Die Bernsteinkünstler erzielten durch die geschickte Nutzung des Materials und durch besondere Arbeitstechniken großartig künstlerische Wirkungen.

Im 17. Jahrhundert waren Königsberg und Danzig die Zentren der künstlerischen Bernsteinbearbeitung. Im Auftrag des preußischen Hofes schufen Bernsteinschnitzer wie Georg Schreiber, Jakob Heise, Michael Redlin u. a. kostbare Bernsteingegenstände, die dann als Diplomaten- und Hochzeitsgeschenke an die anderen europäischen Fürstenhöfe gelangten.